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Weiterbildung FC-Glossar

Glossar 'Gestützte Kommunikation'

Stand 21.12.2013


Abklärung:
In der Abklärung erfolgt eine gründliche Analyse der Art und des Umfangs des aktuellen Kommunikationsverhaltens, der kommunikativen Möglichkeiten und der Handlungskompetenz. Im Rahmen einer UK-Förderdiagnostik erfolgt gegebenenfalls die Abklärung, ob FC eine sinnvolle Hilfe zur Ansteuerung sein kann.

Anbahnung:
Mit dem Begriff ‚Anbahnung‘ wird der Beginn bzw. die Anfangszeit der FC-Anwendung bezeichnet. In dieser Phase des FC-Prozesses wird erprobt, ob Stütze dem Nutzer beim gezielten Zeigen hilft und welches Maß an Unterstützung der Nutzer benötigt zudem wird ermittelt, welches Aufgaben- und Kommunikationsniveau den Nutzer anspricht und motiviert.

Ausblenden:
Das Ausblenden beschreibt den Prozess des schrittweise Zurücknehmens der Stütze (physisch, emotional und verbal), mit dem Ziel größtmöglicher Unabhängigkeit.

Beeinflussung:
Beeinflussung bezeichnet den wechselseitigen Prozess gegenseitiger Einflussnahme in der Kommunikation. Beeinflussung ist dabei per se nicht negativ, sondern ein Bestandteil zwischenmenschlicher Interaktion. Das Bewusstsein dieser Zusammenhänge ist für die Arbeit mit FC unabdingbar, um eigene Anteile als Ursache möglicher Schwierigkeiten zu erkennen.

Emotionale Stütze (Hilfestellung):
Die emotionale Stütze bezieht sich im Wesentlichen auf Hilfestellungen der Stützperson, die dem Nutzer Zutrauen und Selbstvertrauen vermitteln sollen. Dies geschieht u.a. durch eine positive Einstellung hinsichtlich der Kompetenzentwicklung des Nutzers, das Herstellen einer entspannten Lern- und Arbeitssituation, durch positive Rückmeldung, respektvollen Umgang und eine motivierende Haltung sowie die verlässliche Unterstützung und Begleitung in herausfordernden Situationen.

FC-Training:
Ein systematisches Training zur Verbesserung der Kommunikation via FC durch:
Verbesserung des eigenständigen gezielten Zeigens,    wodurch die kontinuierliche Rücknahme der Stütze    ermöglicht wird
Validationstraining
Schulung der Ausdrucksfähigkeit und der kommunikativen    Kompetenzen

Gestützte Kommunikation:
Bei der ‚Gestützten Kommunikation‘ handelt es sich um eine Methode aus dem Spektrum der ‚Unterstützten Kommunikation‘, die es manchen Menschen mit schweren kommunikativen Beeinträchtigungen ermöglicht, durch gezieltes Zeigen (z.B. auf Objekte, Bilder, Buchstaben) zu kommunizieren. Ein Stützer gibt physische, verbale und emotionale Hilfestellung. FC ist keine Therapieform.

Handlungskompetenzen:
Handlungskompetenzen bezeichnen ein Spektrum unterschiedlichster Fähigkeiten und Fertigkeiten in der Planung und Durchführung intentionaler und automatisierter Handlungen. Dadurch soll die Organisation von Denken und Handeln miteinander verknüpft werden, mit dem Ziel zweckerfüllenden Handelns.
Kommunikation:
siehe ISAAC-Glossar:
(www.isaac-online.de/index.php/unterstuetzte-kommunikation/lexikon-der-uk)

Manipulation:
Manipulation bezeichnet im Kontext der Gestützte Kommunikation (FC) das bewusste wie unbewusste Lenken (Steuern) der Zeigebewegung des FC-Nutzers.

Message-passing:
Beim Message-passing wird dem FC-Nutzer eine Information präsentiert (visuell, akustisch), die dem Stützer nicht bekannt ist. Aufgabe des FC-Nutzers ist es, die Information mit Hilfe des nicht informierten Stützers wiederzugeben. Dies wird als Nachweis gesehen, dass der FC-Nutzer ‚Autor‘ des Gezeigten ist. Das Training des Message-passing wird auch als Validationstraining.

Minimalstütze:
Minimalstütze bezeichnet den tatsächlich erforderlichen Grad der Unterstützung, den ein FC-Nutzer zum gezielten Zeigen benötigt. Dabei gilt: soviel Stütze wie nötig, so wenig wie möglich.

Nutzer/FC-Nutzer:
Als ‚Nutzer‘ wird der Mensch mit schwerer Kommunikationsbehinderung bezeichnet, der mit Hilfe eines Stützers durch Deuten auf Gegenstände, Bilder, Symbole, Buchstaben etc. kommuniziert.

Physische Stütze:
Die Physische Stütze bezeichnet die körperliche Unterstützung des FC-Nutzers beim Zeigen. Die kann einerseits angebracht sein, wenn sie dem Nutzer hilft, seine Handlung besser wahrzunehmen – sei es, dass es sich besser darauf konzentriert oder sein Ziel besser ansteuert. Andererseits ist sie dort sinnvoll, wo Hilfen zur Handlungsorganisation notwendig sind.
Je nach Schwerpunkt genügt eine Stütze an der Schulter oder ist auch mal eine intensivere Stütze im Bereich Unterarm zu wählen. Auf jeden Fall soll die Hilfe darauf gerichtet sein, möglichst schnell ein eigenes zielgerichtetes Bewegungsmuster zu entwickeln.
Stützen bedeutet in keinem Fall das Führen der Zeigebewegung des FC-Nutzers.

Prompt (Aufforderung oder Hilfestellung):
Im Kontext der Gestützte Kommunikation versteht man unter ‚Prompt‘ bewusst gesetzte Hilfen eines Stützers. Hierbei handelt es sich um verbale oder akustische Prompts, mit dem Ziel die Aufmerksamkeit des FC-Nutzers auf die Kommunikationshilfe zu lenken (z.B. durch Klopfen auf/Benennen des entsprechenden Items) oder um visuelle Prompts [z.B. Abbildung einer (Teil-) Lösung durch Lückentexte]. Auch motorische Prompts werden eingesetzt (z.B. Hilfen durch die freie Hand, Kopfnicken etc.) – allerdings ist hier darauf zu achten, dass diese nicht von der Stützhand ausgehen, da diese zur Steuerung der Bewegung des FC-Nutzers führen kann.

Schwere kommunikative Beeinträchtigung:
Schwere kommunikative Beeinträchtigungen äußern sich u.a. in Schwierigkeiten in der Verarbeitung von sprachlichen Informationen sowie in fehlender oder eingeschränkter Lautsprache, fehlender oder missverständlicher Mimik, Gestik und Körpersprache. Menschen mit schweren kommunikativen Beeinträchtigungen benötigen deshalb alternative Kommunikationsstrategien aus dem Spektrum Unterstützte Kommunikation.

Selbständigkeit, selbständig:
Selbständigkeit bezeichnet die Fähigkeit, Handlungen aus eigenem Antrieb und ohne direkte Hilfe einer anderen Person auszuführen. Selbständigkeit ist gekennzeichnet durch Eigeninitiative, Eigenmotivation und Selbstorganisation.
Stützer:
Stützer bezeichnet im FC-Prozess eine Person, die dem FC-Nutzer die nötige Unterstützung im kommunikativen Prozess bietet. Des Weiteren trägt diese die Verantwortung für Vermittlung, Erwerb und Erweiterung der Kompetenzen des Nutzers. Der Stützer gibt dabei physische, verbale und emotionale Hilfestellungen. Das Prinzip der ist von Anfang an von ihm zu vermitteln und umzusetzen.

Validität:
Validität bezeichnet vor allem die Authentizität (Echtheit) der mittels FC entstandenen Kommunikation. Valide ist hierbei Kommunikation, deren Urheber der FC-Nutzer ist. Da bei FC durch Beobachtung nur schwer zu ermitteln ist, ob der FC-Nutzer tatsächlich eigenständig kommuniziert, wird im FC-Prozess durch gezieltes Übermitteln von Informationen, welche dem Stützer unbekannt sind, diese Fähigkeit geübt (vgl. Message-passing).

Verbale Stütze (Hilfestellung):
Verbale Stütze gestaltet sich durch adäquate, verlässliche Vorgaben, Aufforderungen und Rückmeldungen, die durch motivierenden Charakter gekennzeichnet sind. Dadurch wird der FC-Prozess strukturiert und ermöglicht dem FC-Nutzer eine Orientierung.

 

 

 

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